Mein Bezug zur Anderswelt

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Schon in meiner Kindheit hatte ich einen selbstverständlichen Umgang mit der Anderswelt, auch wenn ich damals noch keine Worte dafür hatte und meine Gabe auch noch nicht bewusst anwenden konnte, sondern nur intuitiv. 

„Anderswelt“ ist der Begriff,der in der keltischen Überlieferung die Bereiche des Seins benennt, die dem Alltagsbewusstsein verborgen und nur der feineren, jenseitigen Wahrnehmung zugänglich sind.

 Die steinzeitlichen Siedlungen waren winzige Inseln im grünen Blättermeer.
An deren Rändern, den Übergangszonen des bewirtschafteten Landes und dem Urwald, entstand dorniges Gestrüpp.
Diese natürliche Hecke war für die Menschen ein effektvoller Zaun.
Vor allem aber gab diese Hecke Schutz vor wilden Tieren wie Wölfe und Bären sowie denen, welche die Felder plünderten, z.B. Rehe.
Für die damaligen Siedler war die Hecke aber nicht nur die Grenze zur Wildnis, sondern für sie begann auf der anderen Seite das Reich der Geister.

Daher nannte man die Kräuterfrauen Hagazussa - Zaunreiter(in), also jemand, welcher auf der Grenze zwischen zwei Welten lebt. Aus diesem Wort Hagazussa hat sich dann vermutlich das heutige Wort Hexe entwickelt.

Man kann natürlich auch unter den Menschen Kontakt zur Geistwelt bekommen, denn die Anderswelt ist allgegenwärtig. Doch ist es in Abgeschiedenheit leichter, da die wenigsten von uns so stabil sind, dass sie nicht abgelenkt werden könnten. 

Kinder und die Alten können eine gute Verbindung zur Anderswelt haben, da sie ihr am nächsten stehen.
In vergangenen Zeiten waren es die Großmütter, die den Kontakt zu den Ahnen hielten und ihr Wissen weitergaben.
Leider gibt es in der Familie meist keinen mehr, der einem erklärt, wie man mit dieser Welt und dieser Fähigkeit (Wahrnehmung) arbeiten kann, da dieses Bewusstsein in der heutigen rationalen Welt als nicht existent und unwichtig - wenn nicht sogar als weltfremd - verstanden wird.

Ich persönlich arbeite hauptsächlich nach meiner Intuition. 
Je unbefangener und fröhlicher ich an etwas heran geh, umso stärker fliesst die Energie.

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Für mich definiert sich Magie in Kraft, die auf der nicht materieller Ebene stattfindet, sich aber auf diese auswirkt.
Also arbeitet eigentlich jeder mehr oder weniger bewusst mit dieser Kraft und hätte auch den Zugang dazu, wenn er bereit ist, sich mit seinem Inneren und Umfeld auseinander zu setzen.

Dadurch, dass ich in und mit meinen Ideen und Welten lebe, bleibt mein Geist jung, flexibel, wandlungsfähig und erfüllt, was natürlich auch nach außen wirkt. 

Meine wichtigsten Werte sind:
Alles, was hilft, ist gut, solange es niemand anderem schadet oder behindert.
Ich akzeptiere und respektiere andere Götter oder Lebensformen
und begegne ihnen mit Interesse, ohne meine Götter und Werte zu verraten oder zu verlieren, aber ich entwickle mich gerne weiter.
 

Ich sammle Wissen und Möglichkeiten aus vergangenen Glaubensrichtungen, die sich für mich passend anfühlen und gestalte Rituale nach meinem Empfinden.
Alle Wege sind offen.
So wie in den alten Naturreligionen auf der ganzen Welt die bis heute praktizierten schamanische Techniken angewandt wurden, ob es nun Schamanen, Druiden, Feen oder „Hexen“ waren, musste und muss man das gefestigte Weltbild auflockern, um flexibel genug zu sein, damit man allen Möglichkeiten und Erkenntnissen Platz einräumen kann. 
Meist ist unser Geist eingeengt und muss sich dem Neuen öffnen. Um das zu können, lässt man sein altes Weltbild los, gefestigt durch das Vertrauen in die eigene Seele und Werte.

Die alten Naturreligionen und der Mehrgötterglauben haben mich in meiner Entwicklung und in meinem Wesen sehr bestärkt, da ich mich darin wiedergefunden habe

Ich kann viele Lebensweisheiten daraus schöpfen. 

Das schöne daran ist, dass es eine gegenwärtige Glaubensrichtung ist und somit nicht nur mit dem Geist, sondern auch mit dem Körper und einem Naturverständnis verbunden ist.

Ein gesunder Körper ist genauso wichtig, das eine spiegelt das Andere,
Gleichgewicht zwischen Intellekt, Gefühl und Körperlichkeit.

Nur mit einer gesunden Geisteshaltung ist auch der Körper wohl auf und umgekehrt.
Es gibt keine Teilung; nur wenn dein Körper gesund ist,
ist auch dein Geist gesund und umgekehrt.
Die Natur kann dabei helfen, denn sie hat ein natürliches Gleichgewicht. 

Schon als Kind war ich mir bewusst, dass ich verschiedene Wesen in mir trage. Nach dem Versuch, mich für eines zu entscheiden und die anderen auszugrenzen, habe ich schnell erkannt, dass sie alle ein Teil von mir sind und bleiben werden.
Ich habe mich also darauf geeinigt, dass alle meine Wesen abwechselnd zum Vorschein kommen dürfen und ich mich nicht mit Entscheidungen, wer darf ich sein und wer nicht, weiter belaste.

Später traf ich eine Frau, die mir viel über die Zusammenhänge meiner Wesen in mir, zu der Anderswelt, sowie zur alltäglichen Welt und meinem Körper zeigte und mich einen bewussten Umgang mit diesem neu erlangten Wissen lehrte. 

Dafür werde ich ihr immer dankbar sein

Als ich später begann, meine persönlichen Erfahrungen und Ansichten niederzuschreiben und durch für mich wichtige Auszügen aus Fachbüchern zu ergänzen, habe ich viele Parallelen in meiner Entwicklung sowie Lebensweise und schamanistischen Techniken, Feenreligion, „Hexen“ und alten Traditionen, gefunden.

Götter

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Für mich sind alle Göttinnen eine Göttin und alle Götter ein Gott.

Da ich eine Frau bin, fühle ich mich natürlich der Göttin sehr verbunden, doch beziehe ich mich ebenso auf Gott, denn wie unsere Vorfahren bald erkannten, ist das Göttliche als Ganzheit niemals nur eine, sondern immer beide Seiten der natürlichen Polarität der Seinskräfte, die sich als männlich und weiblich manifestieren, diese beiden Pole bilden nur ausgewogen eine wirkliche Ganzheit.
So sollte man nie nur einen Teil anbeten und den zweiten ignorieren, da man sonst auch das Wesen des anderen Geschlechts nie ganz verstehen lernt. 

 Abgesehen von der Anderswelt, habe ich besonderen Zugang zur Edda gefunden.

„Die Edda” ist ein Sammelbegriff, der aus dem Norden überlieferten und gesammelten germanischen Götter- und Heldendichtung und Spruchweisheit, ähnlich dem Begriff „Bibel” für die Sammlung jüdisch-christlicher Einzeltexte.  

Die lebhaften, bildlichen Darstellungen der verschiedensten Persönlichkeiten der Götter und die Aufforderung als Menschenkinder ihnen nachzueifern, sie dadurch kennen zulernen und eigene Erfahrungen und Erkenntnisse zu sammeln, um die eigene Persönlichkeit zu formen, entspricht meiner Empfindung und Lebensphilosophie.

Meine Verbindung zu meinen Göttern gibt mir ein Gefühl der Unabhängigkeit und macht mich dadurch selbstsicher –
sie sind immer für mich da.

Hat man einen Bezug zu den Göttern, kann man sie zukünftig in Situationen, in denen ihr Wesen hilfreich ist, oder es ihr Machtgebiet ist, um Hilfe ansuchen und zentriert dadurch auch die eigene Aufmerksamkeit genau auf diesen Punkt und diesen Wesenszug.
Genauso hilft es einem Wesenszüge und Verhalten anderer besser verstehen und einschätzen zu lernen, die einem selbst völlig fremd sind.

Mein Umgang mit Kunst hat mich früher oder später zum Mehrgötterglauben geführt.
Da ich beim Kreieren und bei meinen Performances nicht anders arbeite, kommen alle meine Wesen und auch die, die mir begegnen, zum Ausdruck.  

In der Edda wird die Entstehung und spätere Ordnung von neun Welten beschrieben
Diese Welten und ihre Wesen stehen alle in Beziehung zueinander, wie auch zu unserer Persönlichkeit.

Man kann sie so auf verschiedene Weise betrachten:

- als eigene Konfrontation in sich, mit der Vielseitigkeit des eigenen Wesens
- als zwischenmenschlichen Austausch zu den verschiedensten Seiten einer Person
- sowie als Umgang mit allen Mitmenschen, die einem begegnen oder begleiten
- und natürlich auch als das ganze Universum, oder die Begegnung eines Wesens mit der Kraft einer der Welten ...  

Diese neun Welten sind: Asgard & Vanaheim - die Wohnsitze der Asen- und Vanengötter,
Midgard
-  die Menschenwelt,
Nebelheim & Muspellheim - die Urwelten,
Licht- und Schwarzalbenheim -
die Welten der hellen und dunklen Naturgeister
Jötunheim - das Reich der Riesen und
Hel - das Totenreich.

Zwischen Asgard und Midgard gibt es eine Brücke, Bifröst, den Regenbogen.

Er ist ein verbreitetes Symbol für den nur im Geist erreichbaren Zugang zur "anderen Welt - Anderswelt", wie in der keltischen Überlieferung die Bereiche des Seins heißen, die dem Alltagsbewusstsein verborgen und nur der feineren Wahrnehmung zugänglich sind.

Midgard das Menschenreich – Mittelreich.
Es ist die einzige materielle und zeitbeeinflusste Ebene – das alltägliche Leben.
Von hier aus kann man alle Welten erreichen.
Dazu kann man die Runen als Tor verwenden oder die unterirdischen Reiche mit schamanischem Zugang und die anderen auf der Astralebene erreichen

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Midgard steht für die Persönlichkeit, das Ego oder das niedere Selbst, doch öffnet man sich, bekommt man Zugang zu den anderen Welten und ihren Wesen.

Diese Idee möchte ich mit meiner Kunst weiterverfolgen, ob ich nun in meinen Performances anderen Menschen verschiedenste Wesen näher bringe und sie in fantastische Welten entführe, oder durch ein angefertigtes Kostüm einem Kunden den Zugang zu seinen eigenen Wesen ermögliche. 

 

Wer mehr über nordische Mythologie wissen will, dem empfehle ich von
http://www.voenix.de
das Buch "Der Germanische Götterhimmel"  oder "Weltenesche – Eschenwelten"

Heute

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Ich bemühe mich den Fängen des Alltags zu entrinnen und nach wie vor meine Lebensphilosophie und Magie im Alltag zu integrieren,  meine Seele rein zu halten und natürlich  mein kindliches Gemüt nicht zu verlieren.

Da alles, was in Begleitung geschieht mehr Gewicht und Kraft hat, empfinde ich es als eine schöne Aufgabe, Menschen, die sich an mich wenden, in einigen Lebensabschnitten und Entwicklungen zu begleiten. 

Eine zweite sehr schöne Aufgabe ist es, Menschen wieder auf ihr eigenes Empfinden aufmerksam zu machen und sie wieder Vertrauen in ihre eigene Wahrnehmung finden sowie Respekt vor sich und anderen zu wahren, denn alles hat Existenzberechtigung, wichtig ist nur was man draus macht. 
Um wieder einen Bezug zu sich und zueinander herzustellen, den eigenen Fluss des Lebens anzuregen und in dieser hektischen Zeit einen Raum zu schaffen, in dem man sich und andere in Ruhe wahrnehmen kann.