Handfasting
Hochzeitsritual
in alter Tradition der Naturreligion

 

Das Ritual hat einige Fixpunkte und einige Elemente, die beliebig beigefügt werden können:

- die Reinigung des Platzes, das ziehen des Kreises und die Anrufung der Elemente, der Göttin & des Gottes
- Reinigen der Personen, die den Kreis nun betreten
(Brautleute, eventuell Trauzeugen oder Eltern)
- Opferschale (Erde o. Feuer)  um sich von Vergangenem zu lösen oder den Göttern etwas zu opfern
- Teilen der Brotes und des Weins oder Traubensaft
- Hände reichen
: Dem alten schottischen Ritual zufolge reicht sich das Paar die jeweils linke und rechte Hand so, dass sie sich in der Mitte kreuzen und mit den Armen eine liegende Acht ergeben, dem Zeichen der Unendlichkeit.
Das Paar kann sich jetzt ihre Versprechen geben

- als Zeichen für dieses Versprechen stecken sich die Partner die Ringe an
- Segnung: was bedeutet, dass ich dem Paar im Namen Gottes und der Göttin das Beste oder etwas
  Bestimmtes wünsche und auf ihrem neuen gemeinsamen Weg mitgebe.
- Austauschen individuell passender symbolischer Gegenstände
  Ursprünglich waren das:
       - für sie der Schlüssel für das gemeinsame Heim
       - für ihn ein Schwert, Schwertscheide, Dolch, Speer, . . .
  selbst gemachte Gegenstände sind etwas Besonders und stark in ihrer Kraft
  natürlich können sich auch die Eltern, Familienmitglieder oder Trauzeugen in das Ritual einbringen:  
       - Überreichen einer Kerze
       - kurze Reden oder Lesungen
       - Opfergaben
       - symbolische Geschenke

Auch hier gilt: eine selbst verzierte oder schöne Kerze ist etwas Besonderes.
- eine Pflanze (Bäumchen oder Blume) als lebendes und wachsendes Symbol wird eingetopft.
- der Sprung über den Besen in den neuen Lebensweg
- Getreide & Rosenblüten werfen
- Glückwunschbänder auf die Pflanze oder einen dafür gerichteten Zweig hängen

Symbolische Handlungen

Elemente
Mächte der Luft         Ort aller Anfänge (Sonnenaufgang), gedankliche, leichte Kräfte
Mächte des Feuers    leidenschaftliche, impulsieve Kräfte
Mächte des Wassers Fruchtbarkeit und lebensspendende Kräfte
Mächte der Erde        nährende, stabilisierende, verbindende, erdende Kräfte

Hinsichtlich der Reinigung kann man jedes Element benutzen:
                                  Luft       - mit Räucherwerk und einer Feder
                                  Wasser - mit Wasser besprengeln
                                  Feuer    - zwischen zwei Flammen durch gehen 
                                                 das ist ein Brauch der auch bei manchen Jahresfesten üblich war
                                  Erde      - mit Blättern bestreuen oder Räuchern 
                                                 oder mit Lavaerde waschen (das wird meist vorab gemacht)

Hinsichtlich der Opferung: Die vier Elemente sind eng mit der Urmutter und Göttin verbunden.
da man schon sehr früh erkannte, dass es nur vier Möglichkeiten gab die Toten zu ihr zurückzuschicken: nämlich die Erdbestattung, die Verbrennung, die Wasserbestattung und die Aussetzung der Toten für die Aasvögel aus der Luft.

Teilen des Brotes und des Kelchs Der Brauch des Zerreißens des Brotes, mit dem sich das Brautpaar dann gegenseitig zu essen gibt, stammt aus dem antiken Griechenland. Ebenso wie der - heute noch in Japan übliche - Brauch, sich gegenseitig aus dem Kelch zu trinken zu geben, ist es etwas, das das Zusammenleben des Paares symbolisiert - ganz im Sinne des Spruches: ‚sein tägliches Brot miteinander zu teilen'.

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Hände reichen:
In Schottland werden heute noch die Hände des Brautpaares vom Priester/in zu einem Unendlichkeitszeichen zusammengelegt und dann mit einem Schleifenband symbolisch zusammengebunden. (das Paar reicht sich jeweils die linke bzw. rechte Hand so, dass die haltenden Hände sich kreuzen und die Arme eine liegende Acht, das Unendlichkeitszeichen, formen)
So - wie bereits oben erwähnt - ist dies der Bestandteil des Rituals – der Handschlag, aus dem heraus das "Handfasting" entstanden ist.

Die Kerze steht symbolisch für das Licht in der Beziehung und wird überreicht für die schönen besinnlichen, ebenso wie für die schwierigen Zeiten, in denen das Licht das Paar unterstützen soll, den Weg wieder zueinander zu finden.

Opfer an die Götter u. Altes loslassen
Damit  bedanken wir uns bei der Natur für alles, was wir von ihr bekommen haben und geben ihr wieder etwas von dem Reichtum und der Fülle zurück.
Salz: Reinigung u. Schutz, Wiedergeburt - da es das früheste entdeckte Konservierungsmittel war, außerdem schmeckt es wie Meerwasser o. Blut; daher als alles erzeugender Schoß identifiziert u. auch als Ersatz für Blutopfer verwendet worden
Apfel: heilige Frucht da er das Pentagramm in sich birgt – Fruchtbarkeitssymbol - damit die Gruppe in sich wächst
Milch – für die Naturgeister
Wein - war immer auf die eine oder andere Weise ein Symbol für Blut des Lebens.
Ebenso wie das Blut stand der Wein für lebensspendendes Mutterblut.
Getreide o. Brot – und Symbol für Fruchtbarkeit und ihre nährende Kraft
Symbolische Gegenstände oder Papier - auf denen das Vergangene geschrieben steht von dem man sich lösen will.

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Die Opfergaben kommen in einen Kessel der mit Erde gefüllt ist, die letztlich an die Natur zurück gegeben wird.
Der Kessel war das wichtigste weibliche Symbol der Wiedergeburt, das zentrale Mysterium und steht damit auch für Weiterentwicklung.

 

Der Sprung über den Besenstil: Um den ersten Augenblick des Bündnisses festzuhalten , sprang das Paar über den Besen, welcher der Göttin der Liebe geweiht ist. Wenn sie wieder auf der Erde landen, werden sie zu Liebenden - im Vertrauen vereint - erklärt.

Schon seit der Zeit der Römer war der Besen mit der weiblichen Magie und den gesellschaftlichen Beiträgen der Zauberinnen assoziiert.
Dort kehrten Priesterinnen-Hebammen der Hekate mit besonderen Besen die Schwelle eines Hauses nach der Geburt. Auf diese Weise sollten böse Einflusse von der Mutter und ihrem Säugling ferngehalten werden.

Hekate, die ursprünglich die dreifache Göttin war und den Aspekt der Übergänge wie Geburt, Kreuzungen sowie Wandlung  vertritt, war ihr Besenstiel auch ein Symbol der sexuellen Vereinigung. Deshalb wurde der Besen auch von den Priesterinnen in den Hochzeitszeremonien verwendet, um das Bündnis, die Vereinigung und und den neuen Weg zu besiegeln.

Unter Zigeunern, deren Hochzeit noch lange von Hebammen vollzogen wurden, ist der Sprung über den Besen immer noch ein wichtiger Bestandteil des Ritus.

Auch die mittelalterlichen Bauernhochzeiten in Europa fanden normalerweise ohne den Segen der Kirche statt und so wurden lieber die Riten der alten Religion verwendet. In der Renaissance, als die Kirche begann, die Trauungsriten festzulegen, wurden Trauungen durch den Besen für unehelich erklärt.

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Schleier
  Das griechische Wort Schleier oder Membran bezog sich auf das Jungfrauenhäutchen , war aber auchder Name der Göttin,die die Ehe personifizierte. Das zerreißen des Schleiers beim ersten Sexualverkehr wird noch immer symbolisch inszeniert, wenn die Braut ihren Schleier hebt, um den Kuss des Bräutigams zu empfangen.


Ring
war durch seine runde Form, die kein Anfang und Ende hat, immer schon ein Symbol der Ewigkeit und steht somit für die unendliche Liebe des Paares füreinander, die ebenso fließt wie in einem Kreis von einem zum anderen.

Es gibt Funde aus dem Römischen Reich von eisernen Eheringen; das Eisen stand für Bescheidenheit und Sparsamkeit.

Bereits bei den Kelten findet man Ringe aus geflochtenem Gras, die zwar erst nur als Symbol der Stammeszugehörigkeit galten, aber auch bei der Vermählung getauscht wurden.

Auch bei den Germanen galt der Ring als Liebespfand. In der Nordischen Mythologie heißt es, dass Siegfried und die Walküre Brunhild sich mit einem Ring ewige Treue gelobten.


Brautstrauß
Blumen waren immer ein Zeichen des Lebens und der Fruchtbarkeit, einerseits weil sie sehr deutlich den Kreislauf des Sterbens und der Wiedergeburt wiederspiegeln, andererseits aber auch weil Pflanzen allgemein als Nahrung und Heilkräuter lebenswichtig waren. Daher wurden auch oft Kräuter und magische Pflanzen in einen Strauß eingebunden.

Die Frau der Antike trug meist einen Kranz als Kopfschmuck - vermutlich hat sich daraus der Brauch des Brautstrauß entwickelt. Damals stellte sich die Braut mit verbundenen Augen in die Mitte der Jungfrauen. Diejenige, die sie erwischte und ihr den Kranz aufsetzte, würde als nächste heiraten.

Ein schöner Brauch ist auch zu Beginn des Festes einen Blütenkranz zu tragen und ihn am späteren Abend -nachdem man den Kranz vielleicht auch den anderen Jungfrauen, wie auch heute mit dem Brautstraus üblich, zugeworfen hat - durch einen immergrünen Kranz als Symbol des neuen Lebenswegs zu ersetzen.

Eine besondere Hochzeitspflanze war die Myrte: sie ist der Göttin der Reinheit, Grazie und Liebe geweiht und ein Symbol der Reinheit und Jungfräulichkeit. Daher schmücken sich Bräute mit Myrteblättern.

Der Myrtenkranz ist seit dem 16. Jahrhundert als Ehrenschmuck für junge Mädchen und Bräute bekannt und wird bis heute als Brauchschmuck verwendet.
Sie ist eine Pflanze, der eine hohe Sensibilität zugesprochen wird. Schwer ist sie zum Blühen zu bringen, aber wenn sie erblüht, dann überreich in zarten Blüten. 

Das griechische Wort für Myrte (Μυρτιά - Mirtia, Myrtia) hatte auch die Bedeutung des weiblichen Geschlechts.
Sie ist auch im alten Rom der Venus zugeordnet und stand für eheliche Einheit.
Die Myrte vereint in sich die Vollkommenheit.
Die immer grünen Blätter stehen für Beständigkeit und Lebenskraft
Die weißen und roten Blütenranken und süßen Früchte stehen für Reinheit, Liebe, Leidenschaft und Schönheit
Ihr Duft soll an das Paradies erinnern und soll Jungend und Liebe erhalten.

 

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Genauso war die Rose eine passende Blume für den Anlaß; auch sie ist mit Venus in Verbindung und symbolisierte das weibliche Geschlecht. So sprachen Dichter oft über die lieblich rote Rose, deren Knospe sie öffneten - im doppeldeutigen Sinn.

Als Symbol des romantischen Verlangens wurde und wird sie auch so eingesetzt: um sinnliche, verführerische oder bezaubernde Stimmungen zu erzeugen .

Sie ist aber auch ein Symbol der Liebe zu den Göttern, das Verlangen nach ihrer Nähe und der Vereinigung mit dem Göttlichen.

Rosenräucherung hat eine starke Wirkung auf unsere Emotionen. 
Auf feinstofflicher Ebene wirkt der Duft stärkend auf das Herz-Chakra.  
Zum Räuchern verwendet man die kleinen Blütenknospen der Damaszener-Rose.

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Etwas Altes - Neues - Geborgtes . . .

Tragen von etwas Altem -           vielleicht ein Familienstück, um die Familientradition weiter
                                                   zu führen oder etwas, das einen an die eigene 
                                                   Vergangenheit bindet , um diese in den neuen  Lebensab-
                                                   schnitt mit einzubeziehen.

 Tragen von etwas Neuem –       als Zeichen für den Optimismus und Bereicherung für den
                                                    neuen  Weg.

Tragen von etwas Geliehenem – von einer guten Freundin oder Freund als Symbol dafür,
                                                    dass einen die Seinen weiterhin gut begleiten und für
                                                    Glück.

Tragen von etwas Blauem –        war ursprünglich ein blaues Strumpfband, um später einen
                                                    Sohn zu gebären – man könnte aber diesen Brauch auch
                                                    Umwandeln, indem man eine neutrale Farbe wählt z.B. grün            
                                                    für Fruchtbarkeit und Kindersegen oder eine Farbe, die für
                                                   ein Mädchen stehen soll oder einfach ein Symbol  wählen
                                                   für etwas, das man sich für die gemeinsame Zukunft
                                                   wünscht. 

 

Reis oder Getreide werfen – damit wird der Wunsch der Fruchtbarkeit symbolisiert, wobei sich die Fruchtbarkeit nicht nur auf den Kindersegen bezieht, sondern auf eine fruchtbare, also bereichernde und wachsende Bindung.

Auch das streuen der Rosenblätter begründet sich auf dieser Symbolik, wobei diese wie schon oben erwähnt auch für die Liebe stehen.

 

Hochzeitstorte – steht ebenfalls für Fruchtbarkeit, und dadurch, dass das Paar  sie zusammen anschneidet gilt sie auch als Symbol für den zukünftigen gemeinsamen Lebensweg, sowie miteinander zu teilen und auch mit Anderen.

 

Polterabend – ursprünglich bewarfen die Freunde und Familie die Tür der Braut mit Tonkrügen um die bösen Geister zu vertreiben und ihr somit Glück und Segen zu bringen.

Ursprung

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Ein Brauch in heidnischen Traditionen, wie z.B. der Keltischen,war die Ehe auf ein Jahr und einen Tag. Die Partner versprachen sich gegenseitig für diese Zeit, danach konnten sie in aller Ehre wieder auseinander gehen oder zusammenbleiben, wenn sich die Beziehung bewährt hatte.

In der alten Zeit wurden Eheversprechen und Hochzeiten noch per Handschlag besiegelt. Aus dieser alten Tradition entwickelte sich das oben beschriebene Handfasting-Ritual, bei dem sich das Paar auch die Hände reicht und sich seine eigenen Eheversprechen gibt.

Meist wurden Handfastings zu Beltane geschlossen - besser bekannt als Walpurgisnacht, der Nacht vom 30. April zum 1.Mai. Es steht im Zeichen der Liebe, Fruchtbarkeit, des Wachstums undder heiligen Hochzeit des Männlichen und Weiblichen, welches man auch heute noch symbolisch in der Tradition des Maibaumes erkennen kann.

Es  ist die Zeit in der man grün trägt, um das neue grüne Kleid der Erde zu ehren, aber auch eine Zeit der sexuellen Freizügigkeit, welche die Befruchtung der Natur symbolisierte und die neue Jahreszeit des Wachstums anfeuern sollte.                                                                                                                                 
Aufgrund der unausrottbaren sexuellen Freizügigkeit der Mairiten wurde die Walpurgisnacht als ein zentraler Hexensabbat gedeutet.
Diese feierlichen Riten brachten Hexen auch den Ruf ein, verschwinden zu können. Sie tanzten in diesen Riten oft nackt um das Feuer und den Fruchtbarkeitsgott (der ursprünglich ein Hirschgewei trug), der fälschlich als Teufel gedeutet oder bewusst verzerrt wurde.     
Der schwarze Umhang war deshalb wichtig, falls während des Rituals Kirchenmänner auftauchten, konnten die Hexen schnell in die, mit Kapuzen versehenen, Roben schlüpfen und so verhüllt im dunkel des Waldes „verschwinden“.

Heute

Auch heute wird in heidnischen Gemeinschaften und Hexentraditionen das Bekennen zum Partner in einem Handfasting-Ritual begangen.

Aber nicht nur Menschen aus diesen Gruppen lassen diese alten Traditionen gerne wieder aufleben um sich ganz individuell ihr Ritual und ihr Versprechen zusammenzustellen und im Kreise ihrer Familie und Freunden zu begehen.
Es beinhaltet nicht notgedrungen eine offizielle Hochzeit, wird aber auch nicht vor dem Gesetz rechtskräftig anerkannt. .

Allerdings ist dieses Bekenntnis vor den Göttern - wenn man es ernst meint - stark  bindend und daher sollte man sich vorher prüfen, ob man wirklich bereit ist, eine solche Verbindung einzugehen.

Eine standesamtliche Trauung bindet das Paar meist im weltlichen Sinn, während ein Versprechen vor den Göttern, wenn es wahrhaft gemeint ist und bewusst gesprochen, geistig und seelisch bindet. 

Auch wenn der Ursprung des Versprechens zeitlich begrenzt war, so gibt es allerdings auch die Möglichkeit, sich gleich auf Lebenszeit zu binden.

In manchen Traditionen heißt es, dass Gruppenehen aus mehreren erwachsenen Personen ebenfalls möglich und üblich waren - wobei das Geschlecht anscheinend keine große Rolle spielte.
Daher sehe ich diese Ritual auch als schöne Alternative für gleichgeschechtliche Partner ihre Liebe vor den Göttern,  Familie und Freunden zu festigen und feiern. 

Heidentum

Das Wort Heidentum kommt von dem Begriff Heide und meint, dass diese Religionsform auf der Heide ausgeübt wird, bzw. weil die Landbevölkerung, die in der Heide angesiedelt war,  länger den alten Glauben und Bräuchen anhing.

Es könnte aber auch von dem germanischen Wort heiden – das Verborgene – kommen, da die Kirche die Riten der alten Gottheiten verbot, und die sogenannten „Ungläubigen“ insgeheim daran festhielten.

Eine Naturreligion gründet sich auf Jahrtausende mündlicher Überlieferungen, Erfahrungen und Traditionen. Sie entwickeln sich also im Laufe der Zeit aus der Beobachtung von Naturerscheinungen wie z.B. das Verhalten von Tieren und Jahreszeiten. Es sind keine Stifter oder Religionsgründer bekannt und werden somit als direktes Wissen von den Göttern angesehen.

Das Heidentum ist ein Mehrgötterglauben, wobei alle Göttinen und alle Götter eine göttliche Kraft sind.

Die große dreifache Göttin erscheint in ihren drei Aspekten als:
in Weiß, als die Jungfrau die das Leben erforscht – Frühjahr, zunehmender Mond
in Rot, als die Mutterdie leben-schenkende und nährende Kraft – Sommer, Vollmond
in Schwarz, als die alte weise Frau und Zerstörerin & Todesbotin – Winter, Neumond

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So kann man ihr Sein auch im Jahresrad beobachten und in den Jahresfesten bejubeln und feiern, denn der Lauf des Jahres spiegelt die ewige Göttin und ihren Gott wieder.

Die Göttin durchläuft das Jahr als:
die Göttin die den Gott im Winter gebar
die Jungfrau die ihm im Frühjahr begegnet,
sich mit ihm zu Beltane verbindet ihn bzw. seinen Sohn als Mutter zur Welt bringt
als alte weise Frau zur Erntezeit seinen Höhepunkt sowie den damit verbundenen Abtieg beobachtet, 
ihn im Winter in seinen Tot begleitet und wieder aufs neue gebiert
Sie selbst regeneriert sich im Kessel der Wiedergeburt wieder zur Jungfrau und begegnet ihrem Gott aufs Neue.

Doch spiegelt dieser immer währende Kreislauf nicht nur die Jahreszeiten, sondern ebenso die Lebensabschnitte eines Menschen und die Entwcklungsschritte selbst wieder. 

So sind die Götter unser Vorbild, dem wir als Menschenkinder nacheifern sollen, um das Wesen der einzelnen Götter, also letztlich des Göttlichen zu verstehen und selbst daran zu wachsen.

Diese Vorbildwirkung eines Gottes ist besonders wichtig, denn die Götter wollen als innere Kräfte der Welt und des Menschengeistes nicht wie ferne Mächte angebetet, sondern in uns verwirklicht werden.

Einen Gott, dem sich jemand besonders verbunden fühlte, nannte man in der Wikingerzeit fulltrúi, "vertrauter Freund". 

Im germanisch geprägten Heidentum war es üblich das die sogenannte Volkspriesterschaft, d.h. jeder Mann oder Frau, welche bestimmte religiöse Zeremonien selbst vornahmen.                                                                

Zu meiner Person

Mein Zugang zur Anderwelt und Magie findet hauptsächlich auf intuitiver Ebene und aufgrund persönlichen Erlebens statt.

Als ich begann mich mit den heidnischen Traditionen und somit unseren Ursprüngen zu beschäftigen, stellte ich starke Parallelen zu meinem Leben fest und sah mich so darin bestätigt.

Ich gehöre keiner bestimmten Tradition an, habe mich aber selbst der Göttin geweiht und bemühe mich, als ihre Menschentochter, in ihrem Sinn zu handeln. 

Ich selbst sehe es als meine Aufgabe, manche Menschen, in bestimmten Bereichen ihres Lebens zu begleiten und ihnen vielleicht  so zu ermöglichen, etwas bewusster zu sehen, zu entscheiden, zu erleben, neue Wege zu finden  und mit ihrer und anderen Welten oder Realitäten umzugehen.

Ich selbst sehe mich beim Handfasting-Ritual nur als Begleiter durch das Ritual, sowie Bindeglied zur Göttin und ihren Gefährten, vor denen sich das Paar begegnet und die Hände reicht.

Mein Bezug zum Handfasting

Gerade bei Ehen - scheint mir - fehlt, über die Freude hinaus jemanden fürs Leben gefunden zu haben, oft das Bewusstsein:  wie gut kenn ich den Menschen, mein ich ihn wirklich, will und bin ich bereit dazu ihn kennen zu lernen. Denn das ist der ursprüngliche Sinn dieses Ritus -  die  Bereitschaft sich selbst und den anderen bewusst zu erfahren. 

Ebenso wie die Frage: „Was will und kann ich meinem Partner denn tatsächlich versprechen?“

Viele Worte, Rituale und Lebensweisen werden übernommen, ohne die eigentliche Bedeutung zu kennen oder zu hinterfragen, ob man dieses Symbol oder Versprechen in dieser Weise denn wirklich für sich verwenden will. 

Mir ist wichtig, dass sich das Paar mit seinen Versprechen auseinander setzt und überlegt, wie sie diese denn genau aussprechen wollen. 

Beim traditionellen Handfasting war die Zeit auf ein Jahr und einen Tag begrenzt, allerdings sehe ich es als wichtiger seinem inneren Empfinden zu folgen. So kann man sich gleich auf Lebenszeit binden oder eine Zeit wählen, die einem richtig erscheint.

Ich würde dem Paar diese Zeitbegrenzung als einschneidenden Tag ans Herz legen, an dem sie sich erneut bewusst fragen, ob sie nun getrennter Wege gehen oder zusammen bleiben und warum. So können sie diesen Tag noch einmal bewusst erleben oder vielleicht sogar feiern und den Schwur für sich erneuern oder eben lösen.

Es geht bei diesem Ritual um ein bewusstes und nicht vorbestimmtes Versprechen, denn die Art der Bindung muss das Paar selbst definieren. So hat jedes Paar ein anderes Bild davon, wie die Beziehung gelebt werden kann und wie man sich begegnen will.

Auch das Geschlecht spielt für mich keine Rolle, wenn sich zwei Menschen lieben, zueinander stehen und die Bereitschaft haben einander zu begleiten.

Ritual allgemein

Religion ist für uns gerade kein Glaube, der untätig-still nur im Inneren ruht,
sondern lebendige, aktive Begegnung mit dem Heiligen –
ein spiritueller Weg, den man täglich geht - oder "reitet", denn seine Rune ist Raido, Ritt

Religion bedeutet also, zu den Göttern zu "reiten" 
Wörter desselben Ursprungs sind "Ritus, Ritual".                                                                                                 

Die Riten sind es, die uns mit den Göttern verbinden und damit das ausmachen, was wir aktiv zu dem beitragen können, was Religion bedeutet.

Die Sprache des Rituals ist der Symbolismus.                                                          
Symbolische Handlungen vervollständigen unser Bewusstsein, da wir den Körper mit einbeziehen und stärken die jeweils gewünschten Ausrichtungen. Das heißt, daß man eine Handlung setzt, die das verkörpert, was man ausdrücken oder erreichen will und an Gott richtet, den man um Unterstützung bittet.

Denn alle Göttinnen sind eine Göttin & alle Götter sind ein Gott und für manche ist es auch nur eine allumfassende Kraftquelle. Damit zentriert man die ganze Aufmerksamkeit und das Bewusstsein auf diese Sache. Daher ist es bei einem Gruppenritual wichtig dass alle die Symbolsprache verstehen, um sozusagen „bei der selben Sache zu sein“ damit sich die Wirkung dadurch verstärkt oder das Bündnis bekräftigt.

Wichtig ist bei einem Ritual, dass man in seinem Tun authentisch ist und aus sich heraus handelt und nichts einfach auswendig lernt. Du musst eins sein mit der Handlung die du setzt, das heißt also, du musst sie verstehen und sie muss für dich passen und emotional empfunden werden.

Ein Ritual kann alleine durchgeführt werden oder auch von einer ganzen Gruppe, es kann aber auch von einer oder mehreren Personen innerhalb einer Gruppe geleitet werden. Wichtig ist dabei nur, dass alle wissen worum es geht und die Symbolsprache verstehen. So zentriert sich die Aufmerksamkeit mehrerer auf diese Sache oder Anliegen.

Früher verehrte man alle Götter am besten im Wald und heiligen Hainen, wo sie in den Bäumen zu uns reden.
Wälder waren auch bei den Römern, Griechen und allen Indogermanen die ursprünglichen Kultstätten. 
Das keltische Wort für Heiligtum, nemeton, ist mit lateinisch nemus, heiliger Hain, verwandt – das aber wiederum mit numen, dem heiligen Geheimnis, das wir mit den Namen der Götter verehren.
Der germanische Begriff für das Göttliche, goth, ist mit keltisch gutu, Stimme, verwandt und bedeutet "das Angerufene". So schließt sich der Kreis: von den sprechenden Bäumen zur Zwiesprache mit dem Göttlichen.

Daher fanden die Jahresfeste und auch andere religiöse Rituale im Freien statt, in der Natur. Man war bei der Handfasting-Zeremonie auch barfuss um die Erde berühren zu können.


Ursprung der Worte


Hochzeit
war ursprünglich nicht unbedingt mit einer Trauung einhergehend und wurde erst im Laufe der Zeit ausschließlich damit in Verbindung gebracht  – es beschrieb vielmehr eine festliche, hohe Zeit = eine Hochzeit und bezog sich somit mehr auf die Jahresfeste.

Handfasting                                                                                                                 
In der alten Zeit wurden Eheversprechen und Hochzeiten noch per Handschlag besiegelt. Aus dieser alten Tradition entwickelte sich das sogenannte Handfasting-Ritual, bei dem sich das Paar auch die Hände reicht und sich seine eigenen Eheversprechen gibt.

Heirat
Der Ursprung des Wortes Heirat liegt auch mehr im Sinne einen Hausstand zu gründen . . .  Heirat – Hausrat

Ehe 
Der Ursprung des Wortes Ehe geht auf das altdeutsche Wort "ewa" zurück  - welches ein ewig geltendes Gesetz bezeichnet (lat. Aevum – Ewigkeit )

Dieses Wort bezeichnet, im Gegensatz zur Heirat das eher weltlich und volkstümlich ist, den Bund vor Gott - den geheiligten Stand oder Bund fürs Leben 

Beide Begriffe stammen aus christlicher Tradition.

Trauung
Der Ursprung des Wortes Trauung steckt in Trauen und Treue
Das anstecken der Ringe ist das Zeichen des Bundes, der Treue.
Der Ring selbst steht durch seine runde geschlossene Form für die unendliche Liebe und Bindung der Partner.

Gatten
Die Gatten ist die Bezeichnung von Mann und Frau zusammen: Gatte & Gattin.

Mittelhochdeutsch hatte ‚gaten’ die Bedeutung von: genau zusammenpassend, sich ineinander fügend und vereinigend, und zwar im abstrakten sowie auch im körperlichen Sinn.

Das Wort ‚gat’ meinte eine Öffnung, ein Loch oder eine Höhle, was an das englische gate erinnert, das wie unser Tor sowohl die Öffnung, als auch deren Verschluss bezeichnet .

Gemahl
kommt vom Wortstamm ‚Mahal’, welches die Bezeichnung des Versammlungsorts war, an dem auch die Vermählungen verhandelt und versprochen wurden.